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Filmszene aus Taking Woodstock

Taking Woodstock

USA 2009

Regie: Ang Lee
Drehbuch: James Schamus, Elliot Tiber und Tom Monte
Darsteller: Liev Schreiber, Imelda Staunton, Emile Hirsch, Paul Dano u.v.a.
Kamera: Eric Gautier
Schnitt: Tim Squyres
Verleih: Tobis
Dauer und Format: 121 Min., Farbe
Sprache: OmU Englisch
FSK ab 6 Jahren

Vor 41 Jahren ging das im Nachhinein wohl bedeutendste, jedenfalls stilbildendste Musikfestival der Musikgeschichte in Woodstock über die Bühne. Der vielfach preisgekrönte Regisseur Ang Lee nahm den vierzigsten Geburtstag des Festivals neben seinem Wunsch, einmal leichtere Kost nach Filmen wie „Der Eissturm“ oder „Brokeback Mountain“ zu servieren zum Anlaß, um seine Version dieses Ereignisses zu präsentieren, und zwar basierend auf den Erinnerungen von Elliot Tiber, ohne den Woodstock wohl niemals stattgefunden hätte.

Im Sommer 1969 in der ländlichen Kleinstadt Bethel im Staate New York. Das elterliche Motel ist ziemlich schäbig, Gäste kommen eher selten und auch die haben nicht direkt den Eindruck, willkommen zu sein. Das Motel steht kurz vor der Zwangsversteigerung. Der Sohn der Betreiber, Elliot, entdeckt eines Tages in der Zeitung eine kleine Notiz: Der Nachbarort Wallkill hat ein Konzert der Hippie Bewegung abgelehnt, und Elliot bietet kurzerhand dem Veranstalter Michael Lang die Wiese des Motels sowie die Zimmer an. Diese Wiese ist zwar von vornherein zu klein, aber die Idee ist geboren. Man findet eine größere Weide eines befreundeten Milchbauern und wird sich handelseinig – doch zu diesem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, was folgen würde.

Geplant war ein kleines Festival – doch als sich das Gerücht verbreitet, dass der Eintritt frei sei, machen sich plötzlich mehrere hunderttausend Hippies auf den Weg, um an dem Happening teilzunehmen. Die Sache läuft aus dem Ruder, und der Rest ist Geschichte…

Beim Filmfestival in Cannes, wo „Taking Woodstock“ im Wettbewerb zu sehen war wurde vereinzelt bemängelt, dass das eigentliche Konzert und die Musiker nahezu vollständig ausgeblendet werden. Dass aber ist gerade das Raffinierte an Ang Lees Film: Die Geschichte hinter dem Mega – Event besitzt eben auch so ausreichend Witz, Charme und schräge Charaktere und ist damit weder der x-te Dokumentarfilm über das Festival noch ein Aufguss alter Dokumentationen. Gezeigt werden schillernde Figuren, die es vielleicht so konzentriert nur einmal gab.

Essentiell für das großartige Gelingen ist daneben der Hauptdarsteller Demetri Martin als Elliot. Der bislang nur in kleinen Nebenrollen zu sehende Komiker ist mit seinen unschuldigen Zügen perfekt geeignet, um den sich stets unterordnenden Elliot zu verkörpern. Erst langsam löst er sich von den Eltern – und so ist das Festival auch seine Befreiung.

Zusammengestellt: Kilian Schmidt
Quellen: Tobis (Verleihinfo), Filmstarts.de (Jens Hamp), Kino-zeit.de (Joachim Kurz/Michael Spiegel)