Bess ist eine junge, naive Frau, die ihr ganzes Leben in einem kleinen Dorf an der Nordwestküste Schottlands verbracht hat. Jan arbeitet auf einer Bohrinsel und ist schon viel in der Welt herum gekommen. Anfang der 70er Jahre verlieben sich die beiden ineinander und trotz lokaler Widerstände heiraten sie. Als Jan auf die Bohrinsel zurück geht, beginnt Bess, die Tage bis zu seiner Heimkehr zu zählen. Dass ihr Liebesbund im Himmel geschlossen wurde, davon ist sie ebenso überzeugt wie von ihrer Fähigkeit, mit Gott zu kommunizieren.
Als Jan nach einem Unfall körperlich gelähmt ist und für immer ans Bett gefesselt bleibt, fürchtet er, dass Bess sich seinetwegen ganz vom Leben abwenden könnte. Er überzeugt sie, dass sie zu einer Genesung beitragen würde, indem sie sich einen Liebhaber nimmt und Jan von ihren sexuellen Erfahrungen erzählt.

Wer den Film sieht und nicht versteht, hat das Wesentliche bereits verstanden…

Der Däne Lars von Trier sammelt Filmpreise seit er Anfang der 80er Jahre beim Münchner Filmfestival der Filmhochschulen seinen ersten Studentenfilm vorführte. Gleichzeitig umgibt den 1956 geborenen, zurückhaltenden, reise- und pressescheuen Regisseur eine Aura der Unnahbarkeit, die viele Kritiker für Kalkül und Arroganz halten. Bisher (Anmerkung: 1997) drehte von Trier vier außergewöhnliche Spielfilme („Bilder der Befreiung“, The Element of Crime“, „Epidemic“, „Europa“, von denen drei bei den Filmfestspielen in Cannes mit Preisen ausgezeichnet wurden. „Breaking the waves“, der fünfte Spielfilm von Lars von Trier, unterscheidet sich völlig von seinen früheren Arbeiten. In englischer Sprache gedreht, an Schauplätzen in Dänemark und Schottland – auf der Insel Skye und an der Nordküste Schottlands – stellt er von Triers bislang zugänglichstes Werk dar.

Der Text wurde stark gekürzt, da wir in unserem „Gafferle“ nicht mehr so viel Platz pro Film haben wie in den früheren Gaffer-Ausgaben. Diese wurden 2004 eingestellt und auf ein handlicheres Format verkleinert.
Das Originalheft werde ich mitbringen, es kann vor oder nach der Vorstellung eingesehen werden.
Anita Auer, Zusammengestellt Irene Ulmer
Quellen: Gaffer 07/1997