Gerade einmal 28-jährig gewinnt Ji?í Menzel 1968 mit „Scharf beobachtete Züge“ den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film. Doch dann fällt sein Film „Lerchen am Faden“ der Zensur zum Opfer – die Ära der Liberalisierung und der Tschechoslowakischen Nouvelle Vague ist mit der Niederschlagung des Prager Frühlings vorbei. Menzel entscheidet sich dennoch zu bleiben, arbeitet weiter als Regisseur und Schauspieler für Film und Theater. Mit seinen kommerziell erfolgreichen Komödien der 70er Jahre lotet er sanft die Grenzen des politisch Machbaren aus. Zumindest habe er seine Landsleute zum Lachen gebracht und so etwas für ihre Gesundheit getan, sagt Menzel – ein Trost für die Einschränkung seiner künstlerischen Freiheit.

„To make a comedy is no fun “, bemerkt Regisseur Ken Loach anerkennend und zollt so der Meisterschaft seines tschechischen Kollegen Tribut. In Robert Kolinskys Dokumentarfilm erzählen weitere illustre Filmschaffende und Weggefährten wie Miloš Forman, István Szabó, Emir Kusturica und V?ra Chytilová von ihren Begegnungen mit Menzel und der Bedeutung seiner Filme für ihr eigenes Schaffen. Als jüngster Fan gibt Schauspielerin Julia Jentsch Einblick in ihre Zusammenarbeit mit Menzel für den Film "Ich habe den englischen König bedient".

Kolinskys Film zeigt Ausschnitte aus den pointierten Komödien Menzels wie auch Beispiele seiner frühen Slapstick-Einlagen im Theater, er hält Erinnerungen und Anekdoten aus einer Zeit des politischen Umbruchs und des künstlerischen Aufbruchs fest. „To Make a Comedy is No Fun - Ji?í Menzel“ bietet die Möglichkeit, das Werk und die spannende Lebensgeschichte des nach wie vor umtriebigen Regisseurs und Schauspielers Ji?í Menzel, die eng mit der Geschichte seines Landes verbunden ist, näher kennenzulernen.

Der Regisseur des Dokumentarfilms, Robert Kolinsky, ist eigentlich Musiker. Er studierte Klavier an den Musik-Akademien in Basel und Prag und schloss mit dem Solisten-Diplom ab. Robert Kolinsky gab Klavier-Recitals und trat als Solist mit Orchestern und im Duo auf. Er konzertierte an internationalen Festivals wie z.B. am Festival "Les Museiques" unter Gidon Kremer und am Menuhin-Festival in Gstaad. Für das Schweizer Radio SRF Kultur nahm er mehrere Klavierkonzerte und Kammermusikwerke von Bach bis Henze auf. In Zusammenarbeit mit EuroArts produzierte das Schweizer Fernsehen einen Kammermusikfilm mit Heinz Holliger, dem Keller Quartett und Robert Kolinsky. Als Autor und Regisseur ist "To Make a Comedy is No Fun - Ji?í Menzel" sein erster Film.
Zusammengestellt von Klaus Peter Karger
Quellen: Solothurner Filmtage, www.trigon-film.org