Inhalt
Der kleinbürgerliche, grantige Heinz Bösel (Josef Hader) und der mitteilsame Yuppie Kurt Fellner (Alfred Dorfer), überprüfen im Auftrag des Fremdenverkehrsamtes in der niederösterreichischen Provinz Gasthäuser auf die Einhaltung von Hygienebestimmungen und gewerberechtlichen Vorgaben. Bösel trinkt pausenlos Bier und redet nur das Nötigste. Manchmal poltert er los, wenn ihn etwas nervt. Solange er mit Wein und Lebensmitteln bestochen wird, sieht er über die Verfehlungen der Wirtshäuser, die er überprüft weg. Fellner nervt Bösel dauernd mit Fragen aus dem Spiel Trivial Pursuit und duldet keine Übertretungen der Regeln. Der Film begleitet die beiden ungleichen Protagonisten auf einer Dienstreise, auf der sie sich – aufgrund unerwarteter Ereignisse – unfreiwillig aber intensiv näher kommen.

Hintergrund
Indien war eigentlich ein Theaterstück, das – ähnlich wie „Willkommen bei den Sch‘tis“ - nach seinem durchschlagenden Erfolg verfilmt wurde, der dann zu einem der erfolgreichsten österreichischen Filme der letzten Jahrzehnte wurde. Ich habe den Film 1993 im „Cinematograph“, dem kommunalen Kino in Innsbruck, gesehen bei dem ich damals mitarbeitete. Ich kannte zu dieser Zeit Josef Hader und Alfred Dorfer nur dem Namen nach, obwohl sie in Österreich schon sehr bekannt waren. Meine erste Begegnung mit Hader und Dorfer hatte ich in diesem Film und bin seitdem ein unverdrossener Fan von Josef Hader. In Österreich galt „Indien“ als Komödie. Als solche habe ich ihn auch in Erinnerung, kann mich aber erinnern, dass ich ihn als „sehr lustig“ weiterempfohlen habe, und als Rückmeldung bekam, er sei ja gar nicht lustig. Beides ist wahr, denn Indien ist lustig und tragisch, die Geschichte schlägt mitten im Film um. Zugleich ist er sehr österreichisch und eine Erinnerung an meine fast 10-jährige Zeit in Österreich. Ich freue mich darauf, ihn nochmal zu sehen und schaue ihn mir vorher extra nicht nochmal an.

Kritiken
Der Film gewann den Thomas-Pluch-Drehbuchpreis des Drehbuchforums Wien für Alfred Dorfer und Josef Hader, 1993, den Hauptpreis des Santa-Barbara-Film-Festival in Kalifornien, 1994, den Max-Ophüls-Preis 1994 für den Regisseur Paul Harather und den Publikumspreis sowie den Österreichischer Filmpreis 1994.
Erfolge bei diversen Filmfestivals und internationale Filmpreise machten auch bundesdeutsche und Schweizer Medien auf den Film aufmerksam. Die Süddeutsche Zeitung fand, Indien sei „der seltene Glücksfall, bei dem aus einem Bühnenstück mit nur zwei Schauplätzen ein wunderbarer, überraschender, unterhaltender und überzeugender Film wird“. Die Neue Zürcher Zeitung beschrieb Indien als „Witzig, derb, rührend, aber auch erschreckend ehrlich“, die Frankfurter Allgemeine Zeitung lobte die „selten so glückliche Metamorphose“ aus Theater, Kabarett und Film.
Ruth Holtzhauer
Quellen: Wikipedia, ImdB