Um ihre Ernennung zur Gesundheitsministerin im Schattenkabinett zu feiern, lädt die ehrgeizige Politikerin enge Freunde und Mitstreiter in ihr Londoner Stadthaus. Als ihr Ehemnann Bill mit einem brisanten Geständnis herausplatzt, nimmt die Party eine überraschende Wendung. Plötzlich offenbaren auch die anderen Gäste lang gehütete Geheimnisse, woraufhin Beziehungen, Freundschaften, politische Überzeugungen und Lebensentwürfe in Frage gestellt werden. Innerhalb kürzester Zeit kippt die kultivierte Atmosphäre in ein emotionales Chaos aus gegenseitigen Anschuldigungen. Während im Ofen die Häppchen verbrennen, fliegen im Wohnzimmer die Fetzen wie die Whiskygläser und die Party steuert unaufhaltsam auf den großen Knall zu. Mit sichtlichem Vergnügen sprengt Sally Potter in ihrer temporeichen Komödie eine linksliberale Partygesellschaft und beweist, dass die Wahrheit immer noch die größte Explosionskraft besitzt. Stilsicher inszeniert sie ihren brillant aufspielenden All-Star-Cast, der sich ein bissiges Wortgefecht nach dem nächsten liefert und dabei die Londoner Upper Class, Post-Post-Feministinnen und alteingesessene Linksintellektuelle genüsslich aufs Korn nimmt.

Sally Potter drehte ihren ersten 8-mm-Film bereits im Alter von 14 Jahren. 1992 verwirklichte sie „Orlando“, eine verwegene Adaption von Virginia Woolfs Klassiker, der für zwei Oscars nominiert wurde und ihre Arbeit einem großen Publikum bekannt machte. Es folgten „Tango Fieber“ (1996), „In stürmischen Zeiten“ (2000), „Yes“ (2004), „Rage“ (2009) und „Ginger & Rosa“ (2012). Darüber hinaus führte sie bei zahlreichen Kurzfilmen (darunter „Thriller“ und „Play“), Fernsehserien, einer Oper („Carmen“ für die English National Opera, 2007) und diversen Live Events Regie. Zuvor war sie vor allem in den Bereichen Choreografie, Musik, Performance Kunst und Experimentalfilm tätig.
Zusammengestellt von Renate Kriso
Quellen: Verleihinformationen