Es gibt viel zu erzählen über Maria Callas, doch genau daran ist Tom Volf mit seinem Film „Maria by Callas“ nicht interessiert – vielmehr soll Maria Callas einmal über sich selber berichten. Das ist angesichts der Materiallage gar nicht so einfach, doch dieser Film schafft es: Erzählt wird die Lebensgeschichte der griechisch-amerikanischen Sopranistin, doch ausschließlich durch die Worte von Callas selbst…

Zentraler Angelpunkt des Filmes ist ein langes, bislang unveröffentlichtes Interview, das Maria Callas (bürgerlich Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulou) in ihren 40igern im Fernsehen gab. Ausgehend von diesem Interview wird dann ihr Leben chronologisch dokumentiert. Es ist ein akribisch recherchierter Film, fast so elegant wie der Gesang der Callas. Letzterer wird in einigen komplett eingespielten Arien gewürdigt und zeigen die Kraft und Dramatik ihrer eindrucksvollen Stimme, die bis heute fasziniert. Daneben gibt es private Fotos und Auszüge aus Briefen, die von Fanny Ardant vorgelesen werden.

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Mythos Callas ist der Film nicht, eher eine große – aber eben sehr gut recherchierte – Liebeserklärung. Eher schon ist es eine Auseinandersetzung mit vertanen Chancen, wenn in Interviews eben sehr viel mehr zum privaten und eventuellen vermeintlichen Skandälchen gefragt wird als das, worum es Künstlern eigentlich geht: Ihr Werk oder im Falle von Maria Callas, ihr Gesang. Und der Gesang ist letztlich das, wofür sie berühmt wurde und bis heute geschätzt wird.
Kilian Schmidt
Quellen: kino-zeit.de, Programmkino.de, Filmstarts.de, Sueddeutsche.de