Filmreihe

Umweltfilm
Angesichts des weltweiten Klimawandels, des zunehmenden Artensterbens und der damit einher-gehenden Bedrohung unserer Lebensgrundlagen ist m.E. eine Filmreihe zum Thema „Umwelt“ überfällig. Ein weiterer Grund besteht darin, dass diese Probleme in der aktuellen politischen Debatte eher – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle spielen. Der zeitliche Abschied der Bundesregierung von ihren selbst gesteckten Klimazielen sei dafür nur als ein Beispiel genannt.

Dabei ist der Umweltschutz inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen, nachdem er als Außenseiterthema in den Siebziger Jahren begonnen hat. Umweltschutz ist heute scheinbar selb- verständlich – und die Partei, die ihn sich besonders auf die Fahnen geschrieben hat, stellt immerhin den Ministerpräsidenten im Lande. Allerdings klafft in weiten Teilen der Bevölkerung eine große Lücke zwischen der theoretischen Einsicht und der praktischen Umsetzung im Alltag. Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Dokumentarfilme gedreht worden in der Absicht dieses Thema wieder mehr ins allgemeine Bewusstsein zu rücken. Sie widmen sich Themen wie dem Bienensterben, dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, dem Export von Umweltbelastung in die Dritte Welt etc. Den meisten dieser Filme merkt man an, dass ihre Regisseure in der Sache engagiert sind. Ausgewogen sind sie eher selten – müssen sie auch nicht sein. Die Darstellung bestimmter Missstände bedarf der Zuspitzung, ohne dabei in Polemik zu verfallen. Dabei sind einzelne Positionen sicherlich auch kritisch zu hinterfragen, was letzten Endes auch den Zuschauern überlassen bleibt. Diese sind bei allen Filmen zur an-schließenden Diskussion eingeladen.
Im Einzelnen werden in dieser Reihe die folgenden drei Filme gezeigt:
Code of Survival – Die Geschichte vom Ende der Gentechnik
10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?
Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen
Alle Filme zeigen neben den wirtschaftlichen Fehlentwicklungen auch Lösungsansätze, wie diese zu korrigieren sind. Beim letzten der drei Filme wird der Verein „Baarfood e.V.“ sowohl in Villingen wie auch in Donaueschingen mit einem Infostand und einigen Kostproben seiner Produkte anwesend sein. Zudem stehen dessen Mitglieder nach dem Film zur Diskussion zur Verfügung. „Baarfood“ wurde vor einem Jahr unter dem Stichwort „Solidarische Landwirtschaft“ gegründet mit dem Ziel, selbstangebautes Gemüse im Schwarzwald-Baar-Kreis regional zu vermarkten. Bleibt letztendlich noch die Frage: Bewirken solche Filme etwas? Kurzfristig eher nicht – und die Zuschauer werden damit auch nicht in Massen ins Kino gelockt. Dennoch erzielen sie beim inter-essierten Publikum vermutlich eine langfristige Wirkung. Zudem wird so den dargestellten Protagonisten Anerkennung gezollt und für manche mögen sie sogar als Vorbild für eigene Taten dienen.
Walter Rau