Selbstverständnis

Das Kommunale Kino guckloch ist Mitglied im Bundesverband Kommunale Filmarbeit e.V. (BkF), dem rund 120 kommunale, studentische und freie nichtgewerbliche Kinos und filmkulturelle Initiativen und Einrichtungen in Deutschland angehören. Kinoarbeit, wie wir sie verstehen, ist gleichwertig mit anderen Kulturbereichen wie Theater, Literatur, Bildende Kunst oder Musik.

Nach unserem und dem Verständnis des BkF ist Kinomachen eine kuratorische Arbeit. Unser Programm folgt einem Gesamtkonzept. Es verbindet Altes und Neues, Östliches und Westliches. Es kümmert sich besonders um das deutsche und europäische Filmschaffen, berücksichtigt aber auch Filme aus Afrika, Asien und Lateinamerika, und ist offen für alle Genres. Wir zeigen vor den Langfilmen auch regelmässig Kurzfilme, die in den gewerblichen Kinos in der Regel keinen Platz finden.

Die Filme werden bei uns nicht isoliert präsentiert, sondern in einen Kontext eingebettet. Mit dem "gaffer" gibt das guckloch-Kino seit vielen Jahren ein eigenes Programmheft heraus, das vierteljährlich erscheint und vertiefende Informationen zu den einzelnen Filmen enthält. Zudem gibt in jeder Vorstellung ein Mitarbeiter eine Kurzeinführung zum jeweiligen Film, zu Regisseur und Mitwirkenden oder der Entstehungsgeschichte.

Das guckloch-Kino soll auch ein Treffpunkt sein, ein Ort des Gesprächs zwischen Kinomachern und Publikum. Immer wieder haben wir deshalb Regisseure zu Gast. Wir arbeiten auch mit anderen Einrichtungen und Initiativen in unserer Region zusammen, und gestalten gemeinsam Filmabende zu einem Thema. Da wir dabei aktuelle gesellschaftspolitische Themen aufgreifen und unterschiedliche Zuschauerkreise ansprechen, wirken wir integrativ und interkulturell. Dies ist ein wichtiger Aspekt unseres kulturpolitischen Auftrags.

Die Kommunale Filmarbeit versteht sich aber auch als "Schule des Sehens". Das guckloch ist Mitglied im Bundesverband Jugend und Film e.V. und im Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V. Mit unserer Reihe Kinderkino und der Beteiligung an den jährlichen Schulkinowochen wollen wir die Medienkompetenz aller Altersstufen fördern. Das Kino als Ort der Filmbildung, als Lernort für Kinder und Erwachsene, Schüler und Lehrer - das erscheint in unserer heutigen, visuell geprägten Medienwelt wichtiger denn je.

Unser Programm besteht nicht nur aus aktuellen, neuen Filmen. Wichtig ist uns auch die Vermittlung von Filmgeschichte. Deshalb haben wir auch unsere analoge Projektionstechnik nicht komplett abgebaut. Neben dem hochmodernen, digitalen Projektionssystem steht nach wie vor ein herkömmlicher Filmprojektor, mit dem bei Bedarf Archivkopien in den Formaten 35- oder 16mm abgespielt werden können.

Die Kinoarbeit wird im guckloch-Kino vollständig von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet.