Rumänien 2021

 

Buch & Regie: Radu Jude

Bildgestaltung: Marius Panduru
Montage: Catalin Cristutiu
Musik: Jura Ferina, Pavao Miholjevic
Darsteller: Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Malai

106 Minuten

FSK: ab 18

Festivals & Preise:
Berlinale 2021: Goldener Bär

Original (rumänisch)
mit deutschen Untertiteln



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Der Rumäne Radu Jude ist Kennern schon länger bekannt für seine schonungslosen Filme. Mit formaler Waghalsigkeit und offener politischer Konfrontation legt er beständig den Finger an den Puls seines weiter nach rechts driftenden Heimatlandes. Jetzt, wo sein jüngster Film mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, sorgt er auch hierzulande für ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald der Feuilletons.

Das private Sex-Video einer Gymnasiallehrerin mit ihrem Mann gelangt auf rätselhafte Weise ins Internet und sorgt schon bald für gewaltige Klick-Zahlen. Die Voyeure wetzen die Messer, und die besorgten, bigotten Eltern beginnen bereits den Scheiterhaufen zu errichten, während sich die Protagonistin durch ein Bukarest bewegt, in dem die Tünche der Zivilisation schon sehr dünn geworden ist. Wohin ihr auch die Kamera folgt, Misogynie, Großspurigkeit und Grausamkeit einer Ellenbogengesellschaft allenthalben.

Doch auch den Kinozuschauer nimmt Radu Jude mit in Komplizenschaft. Bis es beim Elternabend mit Maskenpflicht und Abstandsregeln zum Showdown kommt, erspart der Film uns nichts.

Villingen
Mittwoch, 18. August 2021
20:15 Uhr
keine Vorstellung