USA / UK 2020

Regie & Buch: Eliza Hittman
Bildgestaltung: Hélène Louvart
Musik: Julia Holter
Montage: Scott Cummings
Produktion: Universal Pictures
DarstellerInnen: Sidney Flanigan, Talia Ryder

102 Minuten

FSK: ab 6 Jahren

Festivals & Preise:
Internationale Filmfestspiele Berlin 2020: Großer Preis der Jury – Silberner Bär
San Sebastian International Film Festival 2020: TVE Otra Mirada Award
Sundance Film Festival 2020: U.S. Dramatic Special Jury Award – Neo-Realism

Original (englisch)
mit deutschen Untertiteln



Never Rarely Sometimes Always
Niemals Selten Manchmal Immer

Die 17-jährige Schülerin Autumn ist ungewollt schwanger und sieht für sich als einzige Möglichkeit die Abtreibung. Doch die ist in Pennsylvania für Minderjährige ohne die Zustimmung von Erziehungsberechtigten nicht möglich. Das kommt jedoch gar nicht erst in Frage. Ihren Vater, der sie dauernd schikaniert, und ihre Mutter, die mit ihren beiden kleineren Geschwistern beschäftigt ist, kann sie nicht um Hilfe bitten.
Also macht sich die 17-jährige zusammen mit ihrer Cousine Skylar auf den Weg nach New York, wo eine Abtreibung auch ohne elterliche Zustimmung möglich ist. Doch ohne Geld für Hotels müssen sich die beiden Teenager die Nächte in Bahnhöfen und Bars um die Ohren schlagen, denn die Abtreibung dauert länger als erwartet.

Durch die Kameraführung wirkt der Film teilweise fast schon dokumentarisch. Die langen Nahaufnahmen ersetzen die Dialoge, von denen im Film ohnehin nicht viele zu finden sind. Auch zwischen Autumn und ihrer Cousine Skylar gibt es nur wenige Dialoge, denn oft sagt ein Händedruck oder ein Blick genug.
Durch die eher matten Farben und oft lang anhaltende Stille baut der Film eine bedrückende Atmosphäre auf, die die Stimmung der Protagonistin widerspiegelt.

Erstmals kam Eliza Hittman die Idee für den Film 2012, ausgelöst durch den Tod von Savita Halappanavar aus Irland, die durch Komplikationen bei der Geburt starb, weil ihr wegen der Rechtslage eine Abtreibung verwehrt blieb.
Doch nicht nur in Irland gibt es solche Geschichten – nein, auf der ganzen Welt ist das Thema immer noch brandaktuell. So auch in den USA.
Erst 2019 wurden in vielen Bundesstaaten der USA Maßnahmen ergriffen, die eine Abtreibung erschweren oder sogar Gesetze verabschiedet, die einen Schwangerschaftsabbruch verbieten.

Rebecca Hehn
Villingen
Sonntag, 21. November 2021
17:00 Uhr
keine Vorstellung