Deutschland / Frankreich 2022

 

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Laila Stieler

Bildgestaltung: Andreas Höfer

Musik: Johannes Repka, Cenk Erdogan

Montage: Jörg Hauschild

Produktion: Pandora Film, Iskremas Film, Cinéma Defacto

DarstellerInnen: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kirik


113 Minuten

FSK: ab 6

 

Festivals & Preise:

Berlinale 2022: Silberner Bär für die Beste schauspielerische Leistung an Meltem Kaptan; Silberner Bär für das Beste Drehbuch an Laila Stieler

Original (deutsch, türkisch, englisch)
mit deutschen Untertiteln



Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Im Dezember 2001, wenige Wochen nach dem Anschlag auf das World Trade Center, wird Murat Kurnaz, Sohn einer türkischen Familie in Bremen, unter Terrorverdacht in Pakistan festgenommen. Er wollte dort nach eigenen Angaben eine Koranschule besuchen, um seinen Glauben zu festigen. Gegen Kopfgeld wird er an die USA übergeben und viereinhalb Jahre lang in Guantánamo eingesperrt, verhört und gefoltert. Ohne Beweise, ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren. Der Film schildert den Kampf um seine Freilassung aus der Perspektive der Mutter und ihres Anwalts. Dresen zeigt Rabiye Kurnaz als quirlige Frau, die natürlich juristisch ungebildet und naiv ist, aber wie eine Löwin um ihren Sohn kämpft. Und das mit dem ihr eigenen Humor, der im Kino zu empathischen Lachern führt. Darf man einen realen Fall, bei dem es um Menschenrechtsverletzung und Folter und Staatsversagen geht, mit komödiantischen Elementen inszenieren? Auf jeden Fall dürfte Andreas Dresen mit diesem Film ein großes Publikum erreichen. Und Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush ist alles andere als ein Lustspiel.

Klaus Peter Karger
Villingen
Mittwoch, 25. Mai 2022
20:15 Uhr
keine Vorstellung