Deutschland 2018

 

Regie und Buch: Florian Henckel von Donnersmarck

Bildgestaltung: Caleb Deschanel

Musik: Max Richter

Montage: Patricia Rommel

Produktion: Quirin Berg, Christiane und Florian Henckel von Donnersmarck, Jan Mojto, Max Wiedermann

DarstellerInnen: Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl


188 Minuten

FSK: ab 12

Deutsche Originalfassung



Werk ohne Autor

Der fünfjährige Kurt Barnet besucht im Jahre 1937 mit seiner Tante die Ausstellung „Entartete Kunst“ in Dresden, die vom nationalsozialistischen Regime verhöhnten Werke des Expressionismus, Dadaismus, der Neuen Sachlichkeit, des Surrealismus, Kubismus und Fauvismus faszinieren ihn. Das Schicksal seiner Tante – wegen Schizophrenie eingesperrt und später in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet – wird sein späteres Schaffen prägen. In der jungen DDR wird Kurt Barnets künstlerisches Talent erkannt und gefördert, der junge Student der Dresdener Kunstakademie kann sich aber nicht mit der Ideologie des Sozialistischen Realismus identifizieren. Erst nachdem er mit seiner Frau kurz vor dem Mauerbau nach West-Berlin flieht und später nach Düsseldorf übersiedelt, kommt er in Berührung mit der modernen Kunst der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik.

Angelehnt an die Biografie der jungen Jahre des Künstlers Gerhard Richter – ohne die Person und seine Werke zu nennen oder darzustellen – streift Werk ohne Autor über drei Zeiträume der deutschen Geschichte und Kunst. Als Vorlage dient Jürgen Schreibers Recherchen, zusammengetragen in dem Buch Ein Maler aus Deutschland – Gerhard Richter: Das Drama einer Familie. Vom Künstler Gerhard Richter selbst als verzerrende Darstellung seines Lebens empfunden, soll der Film tatsächlich eine kontroverse Betrachtung darüber auslösen, ob es zwangsläufig einen Zusammenhang zwischen dem Erlebten eines Künstlers und dessen Kunstschaffens geben muss. Sosehr scheint das Biografische das Ästhetische zu erklären.

Annie Bronner
Villingen
keine Vorstellung
Montag, 30. Mai 2022
20:00 Uhr