Iran, Deutschland 2021

 

Regie & Buch: Mohammad Rasoulof

Bildgestaltung: Ashkan Ashkani

Montage: Mohammadreza Muini, Meysam Muini

Musik: Amir Molookpour

Produktion: Kaveh Farnam, Farzad Pak, Christoph Thoke

DarstellerInnen: Baran Rasoulof, Masoud Tosifyan, Zhila Shahi

 

OmU (Persisch, Deutsch)

151 Minuten

FSK: ab 12

 

Festivals & Preise
Berlinale 2020: Goldener Bär, Preis der ökumenischen Jury

Original (Persisch, Deutsch)
mit deutschen Untertiteln



شیطان وجود ندارد
Doch das Böse gibt es nicht

In vier unabhängigen Episoden behandelt der Film das Thema der Todesstrafe im Iran, insbesondere ihre Auswirkungen auf jene, die sie vollstrecken. Die oft unfreiwilligen Henker sind immer wieder junge Rekruten. Nach China ist der Iran auch heute immer noch der Staat mit den zweitmeisten vollstreckten Todesstrafen.

Mohammad Rasoulof gehört zu jenen Regisseuren, die immer wieder ins Visier der iranischen Zensur geraten. Er lebt(e) mit seiner Familie in Hamburg, doch als er 2017 nach dem Festival in Cannes, wo er einen der Hauptpreise gewonnen hatte, in den Iran reiste, wurde er bereits am Flughafen festgenommen und sein Pass eingezogen. 2019 wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt, die er jedoch zunächst nicht antreten musste. Wie es ihm in dieser Zeit trotzdem gelang, einen Film zu drehen und wie der Film schließlich zum Wettbewerb der Berlinale gebracht werden konnte, bleibt das Geheimnis der iranischen Produzenten. Vermutlich ist dies der Grund dafür, dass der Film aus einzelnen Episoden besteht, für die die Produzenten – als Kurzfilme, möglicherweise auch Dokumentarfilme getarnt – Drehgenehmigungen bekommen konnten. Darüber hinaus wurde an entlegenen Orten mit nur wenigen DarstellerInnen gedreht. Eine der Rollen (in der letzten Episode) übernahm Rasoulofs Tochter Baran, die hier ihr Filmdebut gibt.
Den Goldenen Bären für den Film konnte der Regisseur nicht persönlich entgegennehmen, wenige Tage nach der Preisverleihung sollte er seine Haftstrafe antreten. Aufgrund der zu dieser Zeit ausbrechenden Covid-Pandemie wurde diese jedoch abermals aufgeschoben, so dass er ein Jahr später als Jury-Mitglied an der Berlinale teilnehmen könnte – mangels Ausreisegenehmigung online zugeschaltet.

Bild: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Baran Rasoulof mit dem Goldenen Bären für ihren Vater. Er selbst nimmt an der Pressekonferenz über das Smartphone seiner Tochter teil.

 

Villingen
Montag, 11. Juli 2022
20:15 Uhr
keine Vorstellung