Frankreich 2021

Regie: Éric Besnard
Drehbuch: Éric Besnard, Nicolas Boukhrief
Musik: Christophe Julien
Kamera: Jean-Marie Dreujou
Darsteller: Grégory Gadebois, Isabelle Carré, Benjamin Lavernhe, Guillaume de Tonquédec, Christian Bouillette, Lorenzo Lefèbvre

113 Min

FSK: 12

Festvals & Preise:
Filmfest Emden-Norderney 2021, Französische Filmtage Tübingen-Stuttgart 2021

Deutsche Synchronfassung



À la Carte – Freiheit geht durch den Magen
Délicieux

Frankreich im 18. Jahrhundert: Eigentlich hat Manceron alles geschafft, was er als Koch erreichen konnte. Schließlich darf er für den Herzog von Chamfort kochen, hat eine sichere Arbeit, wird auch geschätzt. Als er aber eines Tages wagt, den Gästen des Herzogs eine eigen kreierte Speise zu präsentieren, endet das in einer Demütigung – und seinem Raus-wurf. Und so zieht er sich aufs Land zurück, wo er Reisende versorgt und ansonsten mit allem abgeschlossen hat. Doch dann taucht eines Tages die mysteriöse Louise auf, fest entschlossen, von Manceron die Kunst des Kochens zu erlernen …

Regisseur Éric Besnard nutzt diesen starken Kontrast, um eine Zweiklassengesellschaft zu skizzieren, welche die der heutigen Zeit noch um ein Weites übertrifft. Gleichzeitig wird das Essen zu einem Mittel, eben diesen Graben zu überwinden. Die Idee, ein Restaurant zu eröffnen, in dem praktisch jeder einkehren darf, kam schon einer ziemlichen Revolution gleich. Insofern ist es ganz passend, wenn À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen diese Neuerung im zeitlichen Kontext der Französischen Revolution erzählt. Er und Kameramann Dreujou setzen die kulinarischen Kuriositäten und Köstlichkeiten appetitlich in Szene. Die französischen Starköche Charrier und Karmann wachten über alle Szenen, in denen mit Lebensmitteln hantiert wurde. Sie achteten auf historisch akkurate Rezepte, Zubereitungsweisen sowie Präsentationen.

Dabei beschränkt er sich allerdings nicht nur auf eine visuelle Pracht – auch auf akustischer Ebene legt sich der Filmemacher ins Zeug. Schon die erste Sequenz setzt auf eine beeindruckende klangliche Immersion: Die zuvor herrschende Ruhe wird radikal gebrochen, wenn wir plötzlich in einer geschäftigen Großküche stehen – inmitten klirrender, klappernder Töpfe, Pfannen, Drehspieße und Kochwerkzeuge, lodernder Flammen, planschendem Wasser sowie murmelnden, ächzende Assistenzköchen.

Villingen
keine Vorstellung
Freitag, 15. Juli 2022
21:45 Uhr – Max-Rieple-Platz