Indien, USA, Frankreich 2021

 

Regie & Buch: Pan Nalin

Bildgestaltung: Swapnil S. Sonawane

Musik: Cyril Morin

Montage: Shreyas Beltangdy, Pavan Bhat

Produktion: Marc Duale, Dheer Momaya, Pan Nalin

DarstellerInnen: Bhavin Rabari, Dipen Raval, Richa Meena, Bhavesh Shrimali

 

110 Minuten

FSK: 12

Original (Gujarati)
mit deutschen Untertiteln



Last Film Show
Das Licht, aus dem die Träume sind

Ein kleiner indischer Junge, Samay (gespielt vom Debütanten Bhavin Rabari), der mit seinen Eltern und einer jüngeren Schwester in einem Dorf in Gujarat, dem westlichsten indischen Bundesstaat lebt, darf eines Tages mit seinem Vater in einer naheliegenden Stadt ins Kino gehen. Zu seiner Überraschung, denn der Vater (Dipen Raval) ist äußerst traditionell und mag solche Erfindungen wie das Kino oder die moderne Lebensweise generell nicht. Aber in dem Film geht es um eine Gottheit, Mahakali, und nur für sie macht der Vater eine Ausnahme. Samay ist vom Kino sofort fasziniert, von der Welt der Bilder und Töne, aber auch von der Lebendigkeit vor und während der Vorstellung. Sein Entschluss steht sofort fest, er will mehr über diese Kinowelt erfahren, ja, er will selbst ein Filmemacher werden.

Er schleicht sich immer wieder in den Kinosaal, er schwänzt sogar die Schule, weil er Filme sehen will, bis er dabei vom Filmvorführer Fazal (Bhavesh Shrimali) erwischt wird. Doch statt ihn zu bestrafen und die Eltern zu informieren, lässt er sich auf einen Deal mit dem kleinen Samay ein: Fazal bekommt den Inhalt von Samays Lunchbox, die Essen enthält, das Samay ohnehin nicht mag, während der Filmvorführer von den delikaten Gerichten und den Kochkünsten von Samays Mutter schwärmt. Von nun an darf Samay im Kino regelmäßig zuschauen, er vernachlässigt die Schule immer mehr und schließt Freundschaft mit dem Filmvorführer, der ihn auch in die geheimnisvolle Welt des Kinos und in die Grundzüge des Filmemachens einführt.

Als das Kino geschlossen werden soll, beschließt Samay, im Nachbarort mit anderen Kindern eine neue, improvisierte Spielstätte zu schaffen, was trotz der Ablehnung des Vaters tatsächlich gelingt. Er erlebt aber auch, wie das Kino geschlossen wird und die Filme - und das wird wie eine Traumsequenz gezeigt – vernichtet werden.

Der Film „Das Licht, aus dem die Träume sind“ ist stark autobiographisch geprägt, er zeigt die Kindheit und Jugend des inzwischen vielfach preisgekrönten indischen Regisseurs Pan Nalin, der als Nalin Kumar Pandya im kleinen Dorf Adtala im Distrikt Amreli in Gujarat, Indien, geboren wurde.

Mit dem Film ist Pan Nalin ein filmisches Werk gelungen, das seine eigene Entwicklung zum Filmemacher und Regisseur zeigt, aber auch in wunderbaren Bildern die schier unbegrenzten Möglichkeiten und speziellen Formen des Mediums Film.

Villingen
Mittwoch, 17. August 2022
20:15 Uhr
Montag, 15. August 2022
20:00 Uhr