Frankreich 1899 - 1909

 

Regie, Buch & Produktion: Georges Méliès

Darsteller: Georges Méliès, Victor André, Bleuette Bernon, Marguerite Thévenard

 

87 Minuten

ohne Dialog



Die fantastischen Welten des Georges Méliès

Georges Méliès (1861 - 1938) war bereits ein erfolgreicher Karikaturist und Illustrator für französische Zeitschriften, als er 1895 eine der ersten öffentlichen Filmvorführungen der Gebrüder Lumière sah. Wenige Monate später kaufte er seinen ersten eigenen Filmprojektor und gründete die weltweit erste Produktionsfirma für Spielfilme – bereits für das Jahr 1896 verzeichnet sein Werkkatalog 32 Filmtitel – darunter auch viele dokumentarische Filme – und die meisten, wie damals üblich, nur wenige Minuten lang.

Technisches Geschick hatte sich Méliès in den Fabriken seines Vaters angeeignet, der ein erfolgreicher und wohlhabender Schuhfabrikant war, doch sein Herz schlug für die Kunst. Insbesondere als Zauberkünstler hatte sich der junge Méliès bereits versucht und mit seinem Erbteil aus der Schuhfabrik ein eigenes Varietee-Theater erworben, welches jedoch recht schlecht lief. Im April 1896 eröffnete er es neu als eines der ersten Pariser Kinos und im Sommer dieses Jahres begann er mit einer eigenen Filmproduktion. Wenige Jahre später war daraus ein veritables Filmstudio in Montreuil entstanden. Die Hauptrollen besetzte Méliès manchmal mit Schauspielern der großen Pariser Theater – falls er nicht selbst auftrat – die Komparsen heuerte er meist spontan in den umliegenden Straßen an.
So entstanden in den folgenden Jahren einige Meisterwerke des frühesten Kinos und Georges Méliès‘ Filme wurden in ganz Europa und auch den USA nachgefragt. Bereits 1903 eröffnete er in New York ein eigenes Vertriebsbüro für seine Filme. Doch mit der nun entstehenden Filmindustrie konnte er schon bald nicht mehr mithalten, seine trickreichen und meist handkolorierten Filme waren viel zu teuer und das neue System der großen Produktionsfirmen, bei dem die Filme nicht mehr verkauft, sondern nur noch verliehen wurden, zwangen ihn bereits 1913 dazu, seine Firma aufzulösen. Über 500 Filme waren bis dahin entstanden – nur ein Bruchteil davon hat sich bis heute erhalten.

Wir zeigen eine Auswahl von acht Filmen aus den Jahren 1899 bis 1909 – musikalisch live begleitet vom Ensemble Vandel.

Richard Hehn
Villingen
Sonntag, 27. November 2022
18:00 Uhr (Eintritt; € 12,–)
keine Vorstellung