Kanada 2022

 

Regie, Buch, Kamera & Montage: Jacquelyn Mills

Produktion: Jacquelyn Mills, Rosalie Chicoine Perreault

Mitwirkende: Zoe Lucas


103 Minuten

FSK: keine Bewertung

 

Festivals & Preise:

Berlinale (Caligari-Preis, Preis der ökumenischen Jury),
Toronto (Dokumentarfilmpreis),
Calgary (Dokumentarfilmpreis),
Vancouver (Dokumentarfilmpreis),
San Francisco (Preis der Jury)

Original (englisch)
mit deutschen Untertiteln



Geographies of Solitude

Etwa 200 Kilometer vor der Küste Kanadas liegt „Sable Island“ im Nordatlantik. Eine halbmondförmige, gut 30 km lange, aber nur maximal 1,3 km breite Sanddüne, weitab von jeglichem anderen bewohnten Land, aber mitten in einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Europa und Amerika gelegen. Sable Island galt als eine der gefährlichsten Inseln der Welt, mehr als 350 Schiffe sind hier über die Jahrhunderte aufgelaufen und gesunken. Die Insel ist unbewohnt – fast.

Die kanadische Künstlerin Zoe Lucas lebt seit mehr als 40 Jahren als einzige Bewohnerin auf der Insel. In diesen vier Jahrzehnten hat sie akribisch alles Leben auf der Insel studiert und dokumentiert. So wurde sie autodidaktisch zu einer weltweit geschätzten Expertin für Biodiversität. Doch auch den in immer größeren Mengen angeschwemmten Plastikmüll sammelt sie unablässig ein, sortiert und katalogisiert ihn. Die Filmemacherin Jacquelyn Mills besucht sie auf der Insel und hält Lucas‘ Arbeit mit einer analogen 16 mm-Filmkamera fest und experimentiert dabei selbst mit innovativen, nachhaltigen Filmtechniken. Wissenschaft und Kunst verschmelzen in den Aktivitäten der beiden Frauen und bereichern sich gegenseitig.

»Ein schillernder Käfer, der sich seinen Weg durch die Sanddünen ertastet, die sanften Bewegungen der Gräser im Wind, ein strahlender Sternenhimmel ohne den Lichtsmog der Stadt: Jacquelyn Mills’ lyrische 16-Millimeter-Filmaufnahmen öffnen unsere Sensibilität für den Beziehungsreichtum der materiellen Welt. Sie lässt unsere Sinne teilhaben am Werden und Vergehen des Lebens und zieht uns hinein in das komplexe Zusammenspiel einer Ökologie. (…) Dabei schafft Mills mehr als ein intimes Porträt, sie erforscht zugleich in experimenteller Weise die Empfindsamkeit des filmischen Materials im Kontakt mit seiner Umgebung. In diesen außergewöhnlichen Figurationen von Erfahrung wird eine unaufdringliche Schönheit spürbar, die zur Verantwortung für die Welt aufruft.« (Aus der Begründung der Jury für den Caligari-Filmpreis)

Villingen
Mittwoch, 25. Januar 2023
20:15 Uhr
keine Vorstellung