Haben wir gelacht! Diese kleine isländische Filmkomödie ist skurril und voll tiefschwarzem Humor und erfüllt alle Erwartungen an ein Lustspiel. Schon die Eröffnungssequenz ist herrlich: Das kleine Kammerorchester, um das es in diesem Film geht, gibt ein Konzert mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Die Kamera zeigt nur Großaufnahmen der sechs Musiker: Verbissene Gesichter, böse Blicke, gegenseitige Abneigung. Denn in dem Ensemble hängt der Haussegen schief, Eifersüchteleien und Affären haben Wunden hinterlassen. Der Schlussapplaus ist dünn, nur wenige Zuschauer erheben sich im maroden Konzertsaal von Reykjavik. Was nicht verwundert, lässt doch der prominente TV-Musikkritiker von Island regelmäßig kein gutes Haar an dem Kammerensemble, bezeichnet es als Skandal, dass diese mittelklassigen Musiker immer noch staatliche Förderung erhalten.
Sigridur versucht als Geigerin und Managerin in Personalunion das Sextett zusammenzuhalten, schließlich hängt davon die Existenz jedes einzelnen der Musiker ab. Doch dann droht das Ende: Die Kulturbehörde teilt ihr mit, dass der auslaufende Vertrag nicht verlängert werden soll.
Doch wie so oft, wenn alle Felle davon zu schwimmen drohen, tut sich ein Rettungsanker auf: Ein weltberühmter Solist, der Cellist Klemens, will seine internationale Karriere beenden und wieder in seine Heimat Island zurückkehren. Überraschend nimmt er auch gleich das Angebot an, sich Sigridurs Kammermusikensemble anzuschließen. Und die Sensation ist perfekt, das Eröffnungskonzert in neuer Star-Besetzung schnell ausverkauft. Sogar der Ministerpräsident hat Plätze in der ersten Reihe reserviert.
Schnell zeigt sich allerdings, welch schwierige Person sich das Ensemble mit dem Cellisten eingehandelt hat. Und Minuten bevor sich der Vorhang hebt, kommt es zur Katastrophe – der Stargast kann nicht auftreten. Wie das Konzert dann trotzdem durchgezogen wird, ist großartig anzuschauen. Wie gesagt: Haben wir gelacht!