Schaffen wir es, unsere Welt noch zu retten? Die Erderwärmung schreitet fort, der CO2-Ausstoß ist auf Rekordhoch, die Unwetterkatastrophen nehmen zu. Eigentlich ist sichtbar, dass wir unseren Planeten gegen die Wand fahren. Aber kaum jemand ist bereit, Abstriche von seinem Lebensstil zu machen. Und die jüngsten Regierungsentscheidungen verheißen nichts Gutes. Vor diesem Hintergrund hat Giorgos Lanthimos einen spannenden, grotesken und am Ende zynischen Film gemacht.
Die englische Schauspielerin Emma Stone, mit der Lanthimos schon seit 2018 regelmäßig zusammenarbeitet, spielt in Bugonia Michelle Fuller, die eiskalte, gewinnorientierte Vorstandsvorsitzende eines Biomedizin-Konzerns. Ihr Gegenspieler Teddy arbeitet in der Packerei ihres Unternehmens und ist ein verschwörungsgläubiger junger Mann. Nach intensiven Recherchen in verschiedenen Internet-Blasen ist er der festen Überzeugung, dass wir alle fremdbeherrscht sind und es sich bei Michelle Fuller um eine Außerirdische handelt, die es zu beseitigen gilt, um die Erde zu befreien. Teddys Mutter liegt im Koma, nachdem sie mit einem Entzugsmedikament von Fullers Konzern behandelt wurde. Nebenbei ist Teddy auch noch Imker, und auch für das Bienensterben macht er Michelle Fuller verantwortlich. Mit Hilfe seines einfach gestrickten, ihm hörigen Cousins Don wird deshalb die Konzernchefin gekidnappt und im Keller von Teddys Haus an ein Feldbett gefesselt.
In weiteren Verlauf inszeniert Lanthimos den Machtkampf zwischen Entführer und Entführter. In Verhören und mit allerlei Foltermethoden versucht Teddy ein Geständnis zu erpressen und will erreichen, dass Fuller und ihresgleichen Aliens sich vor der nächsten Mondfinsternis von der Erde zurückziehen. Dieser zunehmend eskalierende Machtkampf, der immer wieder auch durch unterhaltsame Sequenzen in Nebenhandlungen unterbrochen wird, ist von Stone und Jesse Plemons in der Rolle des Teddy grandios gespielt. Wobei Michelle Fuller trotz aller Misshandlungen stets die Kontrolle behält und am Ende eine überraschende Wendung herbeiführt.