Souleymane stammt aus Guinea und ist über Algerien, Libyen und Italien nach Frankreich migriert. In Paris angekommen, lebt er als sogenannter „Sans-Papiers“. In zwei Tagen hat er seinen Anhörungstermin bei der Ausländerbehörde. Er braucht Geld, um die nötigen Papiere zu beschaffen und die Landsleute zu bezahlen, die ihn beraten und ihm ein Fahrrad geliehen haben, mit dem er illegal als Essenskurier arbeitet.
Regisseur Boris Lojkine inszeniert diesen Kurier-Job als ein Leben voller Risiko, Ärger und Gefahren. Eine halsbrecherische Raserei durch den Großstadtverkehr, ohne Rücksicht auf rote Ampeln, ständig unter Zeitdruck. Restaurant-Küchen lassen ihn warten, weil sie erstmal ihre eigenen Gäste bedienen. Dann noch der Afrikaner, der ihn übers Ohr haut und ihm den vereinbarten Anteil am Lohn verweigert. Jeden Morgen muss Souleymane pünktlich anrufen, um sich einen Schlafplatz für die Nacht zu sichern. Abends darf er den Bus nicht verpassen, der ihn in eine der Notunterkünfte für Wohnsitzlose in Paris bringt. Zwischendrin das Telefonat mit seiner Freundin daheim in Guinea, die ihm eröffnet, dass ein anderer Mann, ein Ingenieur, sie heiraten will. Eine ergreifende Szene.
Gegen Ende des Films dann der Anhörungstermin bei der Asylbehörde. Souleymane schildert die Lebens- und Fluchtgeschichte, wie er sie mit seinem Landsmann einstudiert hat. Wird ihm die Verwaltungsangestellte glauben? Um es spannend zu machen: Neben der Geschichte, die Souleymane da ausbreitet, gibt es noch die wirkliche Geschichte seines Lebens…
Der Film und die Dreharbeiten sind in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Der Hauptdarsteller Abou Sangaré, bei mehreren Festivals ausgezeichnet, ist ein Laiendarsteller. Er arbeitet eigentlich als Automechaniker in einer Werkstatt in Amiens. Um Souleymane überhaupt bei seinen Kurierfahrten durch den Großstadtverkehr folgen zu können, wurden der Kameramann und auch der Tontechniker in Lastenfahrräder gesetzt. Ihm bei seiner halsbrecherischen Fahrweise mit dem Auto zu folgen, wäre überhaupt nicht möglich gewesen.