Sechs Jahre hat uns Jim Jarmusch auf seinen neuen Film warten lassen. Zudem es gibt ein Wiedersehen mit Darstellern aus alten Jarmusch-Filmen wie Tom Waits als Vater oder Adam Driver als Sohn.
Hier kreisen die Geschichten um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und auch untereinander. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung und zugleich eine Kommödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie. Sofort übernimmt man wieder die alten Familienrituale, die mal lächerlich oder peinlich, aber auch berührend und menschlich sind. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land, mal im Nordosten der USA, mal in Irland und auch in Paris.In Father treffen Vater und Sohn aufeinander, der Vater wortkarg und zurückhaltend. Auf die Frage zu seinem Gesundheitszustand bekommt der Sohn höchstens Halbsätze nach endlosen Redepausen als Antwort.
Im Kapitel Mother, liefern die Mutter und die zwei erwachsenen Töchter in der Küche sitzend ein Kammerspiel ab aus ungesprochenen Worten, aber mit Seufzern, Blicken, man versteht sich, obwohl das Wesentliche nicht gesagt wird – der Höhepunkt des Films, ganz große Schauspielkunst.
Typisch Jim Jarmusch, still, asketisch, entspannt und komisch. Familie als Gefängnis, als Rettung, mit der man unauflöslich verbunden bleibt.