Österreich, Deutschland 2026

Regie: Adrian Goiginger
Drehbuch: Senad Halilbašić nach dem Roman von Barbara Pachl-Eberhart
Bildgestaltung: Paul Sprinz
Musik: Arash Safaian
Montage: Simon Blasi, Martin Pfeil
Produktion: 2010 Entertainement/Giganten Film Produktion
DarstellerInnen: Valerie Pachner, Robert Stadlober, Hanno Kofler, Stefanie Reinsperger

121 Minuten

FSK: ab 12

Festivals & Preise:

Berlinale 2026: Publikumspreis in der Sektion Panorama
Diagonale Graz 2026: Schauspielpreis für Valerie Pachner

Deutsche Originalfassung



Vier minus drei

Der berührende Spielfilm basiert auf dem autobiografischen Roman der Österreicherin Barbara Pachl-Eberhart. Sie war im Rahmen der Organisation „Rote Nasen“ als Klinik-Clownin beschäftigt, während ihr Ehemann Heli sich um den Haushalt, die beiden Kinder und die Renovierung des geerbten, baufälligen Elternhauses kümmerte, und ebenfalls freiberuflich als Clown auftrat.

An einem unbeschrankten Bahnübergang übersieht Heli, die beiden Kinder mit im Wagen, das Rotlicht. Der VW-Bus wird vom Zug erfasst. Heli stirbt noch an der Unfallstelle, die Kinder erliegen später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Barbara ist benommen vom Schmerz, beschließt aber mit dem Verlust so unkonventionell umzugehen, wie ihr Mann es sich vermutlich als Clown gewünscht hätte – mit Fröhlichkeit und Lebensfreude. Gegen den Willen der Eltern inszeniert sie die Beerdigung als Clownsparade und versucht auch danach, ihr Leben „ganz normal“ weiterzuleben.

Doch das ist leichter gesagt als getan. Im Krankenhaus lehnt man ihre Rückkehr in den Job ab. Eine Clownin, die gerade ihre Familie verloren hat, soll nicht kranke Kinder bespaßen. Barbara geht in die Disco, will Männer treffen, aber es fühlt sich falsch an. Immer wieder wird sie auch von Flashbacks und Weinkrämpfen übermannt. Ihre beste Freundin kümmert sich, ist aber unbeholfen. Erst als der geschiedene Friedrich in ihr Leben kommt, findet sie in ihm eine Stütze… Der Film lebt ganz von der österreichischen Darstellerin Valerie Pachner. Wie sie in ihrem Gesicht all diese Regungen deutlich werden lässt – das ist große Schauspielkunst.

»Trauer ist ein Prozess«, schrieb Kira Taszman in ihrer Kritik auf filmdienst.de. »Jede/r hat eine andere Art, mit ihr umzugehen. Anhand des tapferen Nachvorneschauens der Heldin, in deren Herzen ihre verlorene Familie immer weiterleben wird, liefert der Film auch ein Plädoyer für einen Neuanfang nach einem unfassbaren persönlichen Verlust.«

Klaus Peter Karger


Donaueschingen
Montag, 06. Juli 2026
20:00 Uhr
Mittwoch, 08. Juli 2026
20:15 Uhr