Marokko, Spanien u.a. 2025

Regie: Maryam Touzani
Buch: Nabil Ayouch, Maryam Touzani
Kamera: Virginie Surdej
Schnitt: Teresa Font
Musik: Freya Arde
Produktion: Nabil Ayouch, Amine Benjelloun (Ali n' Productions), Sol Bondy (MOD Producciones)
DarstellerInnen: Carmen Maura, Marta Etura, Ahmed Boulane

116 Minuten

FSK: ab 12

Festivals & Preise:
Venedig 2025: Publikumspreis

Original (Spanisch, Arabisch)
mit deutschen Untertiteln



Calle Málaga

Maria Angeles (Carmen Maura), eine knapp 80-jährige Spanierin, hat ihr gesamtes Leben im marokkanischen Tanger verbracht. Hier ist sie geboren und aufgewachsen. Noch immer lebt sie in ihrer Wohnung in der Altstadt, in der sie ihr halbes Leben verbracht hat, seit Jahren alleine, denn ihr Mann ist bereits vor 20 Jahren verstorben, die einzige Tochter lebt mit den Enkelkindern in Madrid. Wie viele andere Spanier flohen ihre Eltern während der Franco-Diktatur nach Tanger, wo ein spanisches Viertel entstand – welches bis heute existiert, auch wenn es immer kleiner wird.
Die Anfangsszenen des Filmes zeigen Maria Angeles bei ihren Einkäufen auf dem Markt. Eine lebensfrohe, ältere Dame, welche mit den teils ebenso alten arabischen Händlern scherzt – es ist ganz offensichtlich, dass man sich schon seit vielen Jahren kennt und schätzt. Aber auch für die Jugend hat sie immer ein offenes Ohr. Hier, in ihrem spanischen Viertel scheint sie jeden zu kennen. Und jeder kennt sie – und mag sie.

Doch die Idylle ist bedroht: Die Tochter hat finanzielle Probleme in Madrid und muss die Wohnung in Tanger verkaufen. Die Mutter soll zu ihr nach Madrid kommen, in ein Altenheim. Doch Maria Angeles weigert sich rundheraus ihre Heimatstadt zu verlassen und wird schließlich in ein spanisches Altenheim am Stadtrand abgeschoben. Bereits am nächsten Tag gelingt ihr die Flucht mit Hilfe eines befreundeten Taxifahrers. Und so wird sie zur Hausbesetzerin in ihrer ehemaligen Wohnung. Auf die tatkräftige Hilfe der arabischen Freunde aus ihrem Viertel kann sie sich verlassen... und findet sogar eine neue Liebe.

Carmen Maura, die vor 40 Jahren in zahlreichen Filmen Pedro Almodóvars zu sehen war (u.a. Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs) und dadurch bekannt wurde, hat mittlerweile auch schon ihren 80. Geburtstag hinter sich, dreht aber immer noch jedes Jahr ein oder zwei Filme. Hier hat sie (wieder einmal) eine wahre Parade-Rolle gefunden. Man kann es nicht anders sagen: Carmen Maura ist eine Wucht!

Richard Hehn


Donaueschingen
Montag, 20. Juli 2026
20:00 Uhr
Mittwoch, 22. Juli 2026
20:15 Uhr