Deutschland, Österreich 2018

Regie: Wolfgang Fischer
Drehbuch: Wolfgang Fischer, Ika Künzel
Bildgestaltung: Benedict Neuenfels
Musik: Dirk von Lowtzow
Montage: Monika Willi
Produktion: Marcos Kantis, Martin Lehwald, Michal Pokorny
Darsteller: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa

95 Minuten

FSK: ab 12

Festivals & Preise:
Berlinale 2018: Preis der ökumenischen Jury

Original ()
mit deutschen Untertiteln



Villingen
Mittwoch, 30. Januar 2019
20:15 Uhr
Donaueschingen
Montag, 25. Februar 2019
20:00 Uhr
StyxStyxStyx
Styx

In der griechischen Mythologie ist Styx der Fluss, der die Welt der Lebenden vom Totenreich trennt. Er heißt auch „Wasser des Grauens“.
Die vielen Menschen, die heute auf der Suche nach einem besseren Leben im Meer ertrinken, lassen mit der Flucht über eben dieses Meer ihr Leben hinter sich.

In dem Film Styx bricht diese Tragödie, die wir nur aus den Medien kennen, unmittelbar in das Leben einer Frau ein.
Sie, eine deutsche Notärztin aus Köln, startet in ihrem Urlaub einen Segeltörn.
Die Reise geht von Gibraltar nach Ascension Island, wo einst Darwin einen Garten Eden auslegen ließ.
In der ersten Szene des Films sieht man Rike im Einsatz als Notärztin. Jeder Handgriff sitzt. Sie wirkt ruhig und besonnen. Sieht man ihr beim Beladen ihrer 12m langen Segeljacht „Asa Grey“ zu, hat man auch hier den Eindruck, dass sie alles im Griff hat. Ihr Wunsch nach unbeschwerten Ferien scheint sich zu erfüllen, bis sie abrupt aus ihrer Urlaubsstimmung gerissen wird. Über Funk wird sie von einem Containerschiff in ihrer Nähe darüber informiert, dass sie sich auf ihrer Reise auf einen schweren Sturm einstellen muss.
Es wird ihr aber auf jeden Fall Unterstützung zugesagt. Nach dem heftigen Unwetter entdeckt sie in ihrer Nähe einen havarierten Trawler mit Flüchtlingen an Bord. Dutzende von Menschen sind vom Ertrinken bedroht.
Rike versucht über Funk Hilfe zu bekommen. Es sind einige Schiffe unterwegs und auch die Küstenwache verspricht Hilfe. Nachdem über mehrere Stunden nichts passiert, wendet sich das Blatt…..sie handelt!
Zunächst rettet sie einen 14jährigen Jungen, der erschöpft zu ihrem Boot treibt. Sie zieht Kingsley aus dem Wasser, versorgt ihn und als er wieder zu sich kommt, bittet er Rike, die anderen Ertrinkenden auch zu retten.
Rike weiß, wenn sie sich in die Nähe des Fischkutters wagt, wird auch ihr Boot sinken, denn es kann nicht alle fassen. Von der Küstenwache hat sie die strikte Anweisung, sich vom sinkenden Boot fern zu halten.
Wolfgang Fischer`s Film Styx zeigt, wo in unserer Gesellschaft aktuell die Missstände liegen, wenn es darum geht, anderen zu helfen.
Ein unbedingt sehenswerter Film, der einen stumm und betroffen zurücklässt.

Helga Eimer-Esslinger