Griechenland 2015

Buch und Regie: Christopher Papakaliatis
Bildgestaltung: Yannis Drakoularakos
Ton: Aris Louziotis
Musik: Kostas Christides
Montage: Stella Filippopoulou
Produzent: Christopher Papakaliatis
Darsteller: J.K. Simmons, Maria Kavoyianni, Christopher Papakaliatis, Andrea Osvàrt, Niki Vakali, Minas Hatzisavvas, Odysseas Papaspiliopoulos

103 Minuten

FSK: ab 12

Original (Griechisch, Englisch)
mit deutschen Untertiteln



Villingen
Mittwoch, 27. Februar 2019
20:15 Uhr
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Donaueschingen
keine Vorstellung
Ενας Αλλος Κόσμος  (Enas allos kosmos)Ενας Αλλος Κόσμος  (Enas allos kosmos)Ενας Αλλος Κόσμος  (Enas allos kosmos)
Ενας Αλλος Κόσμος (Enas allos kosmos)
Die Liebe in drei Generationen

Mal einer der wenigen griechischen Filme, die es nach Deutschland ins Kino schaffen. Ganz ohne Kitsch, Alexis Sorbas und Sirtaki.

Drei unterschiedliche Liebespaare aus drei Generationen stehen im Zentrum dieser
packenden und bewegenden Geschichte, mitten in der aufgewühlten Stadt Athen: Die Studentin Daphne wird bei einem Überfall vom syrischen Flüchtling Farris gerettet. Der Abteilungsleiter Giorgos beginnt eine Affäre mit der schwedischen Businessfrau Elise. Die Hausfrau Maria lernt im Supermarkt den aus Deutschland ausgewanderten Professor Sebastian kennen. Und das Leben von ihnen allen wird erfasst von den sozialen Umbrüchen im Griechenland von heute.

Regisseur und Schauspieler Christopher Papakaliatis versteht es vortrefflich, einerseits das Drama, das sich im südlichen Europa abspielt, in seinen Facetten und seiner Eigendynamik zu zeigen, andererseits von der ungebrochenen Kraft der Liebe mit stupender Leichtigkeit zu erzählen. Da sind die Flüchtlinge, die gerne Richtung Norden weiterreisen möchten und in Griechenland festsitzen, da sind Griechen, die um ihr Auskommen bangen müssen oder es verlieren. Die Weltlage ist nicht auf ihrer Seite, und dennoch ist es ein Film voller Hoffnung, ein Liebesfilm, über Grenzen und Generationen hinweg, bewegend und brennend aktuell.

Die Liebe in drei Generationen hat in seiner griechischen Heimat seit seinem Start Ende 2015 ein Rekordergebnis von mehr als 700.000 Zuschauern verzeichnet. Der Erfolg ist sicher auch den vorzüglichen Darstellern zu verdanken, darunter Oscarpreisträger J.K. Simmons (Whiplash) und Regisseur Papakaliatis selbst. Sein Film geht unter die Haut, ist berührend im besten Sinn des Wortes. Auch deshalb, weil uns vieles darin vertraut vorkommen mag, griechisch ist und gleichzeitig europäisch, aus dem Leben gegriffen und mit großer Erzählkunst zu einer Einheit verbunden.

Gertrud Cammerer-Karger