Deutschland 2019

Regie & Buch: Susanne Heinrich
Produktion: Till Gerstenberger
Musik: Mathias Bloech, Moritz Sembritzki
Bildgestaltung: Agnesh Pakozdi
Montage: Susanne Heinrich, Benjamin Mirguet
Schauspieler: Marie Rathscheck, Nicolai Borger, Malte Bündgen, Dax Constantine, Monika Freinberger, Julian Fricker, Yann Grouhel, Lorna Ishema, Christine Kostropetsch, Felix Mayr, Markus Nechleba, Nicolo Pasetti, Pero Radicic, Alexander von Hugo, Monika Wiedemer

80 Minuten

FSK: ab 12

Preise und Festivals:
Saarbrücken 2019: Max Ophüls Preis: bester Spielfilm, Preis der ökumenischen Jury

Deutsche Originalfassung



Villingen
Mittwoch, 27. November 2019
20:15 Uhr
Donaueschingen
Montag, 25. November 2019
20:00 Uhr
Das melancholische MädchenDas melancholische MädchenDas melancholische Mädchen
Das melancholische Mädchen

Mit ihrem Film erneuert Susanne Heinrich das gesellschaftskritische Autorenkino.
(Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau)

Ein Film. Der anders sein will – und sich tatsächlich souverän jedem Geschmacksurteil entzieht. (Ulrich Sonnenschein, EPD-Film)

Mit Das melancholische Mädchen mischt Susanne Heinrich das Kino auf: So belesen und lustig war ein Debütfilm selten. (Hannah Pilarczy, Der Spiegel)

Beim diesjährigen Festival Max-Ophüls-Preis gewann in diesem Jahr ein Film, der von vielen Beobachtern als Schlag ins Gesicht des konventionellen Konfektionskinos empfunden wurde: Das melancholische Mädchen von Susanne Heinrich. Jetzt kommt die postmoderne Komödie in Rosa und Hellblau ins Kino. (Rüdiger Suchsland, artechock)

Susanne Heinrich vermengt mit Das melancholische Mädchen feministische Thesen zu einem knalligen Kinodebüt. (Andreas Busche, Der Tagesspiegel)

Schon die Überschriften einiger Kinokritiken zeigen: Da wird es in Guckloch einen Film geben, der inhaltlich und formal schwere Kost sein wird; ein Debutfilm, der auf Anhieb einen der renommiertesten deutschen Filmpreise gewonnen hat und beim Publikum in Saarbrücken ziemlich begeistert aufgenommen wurde – der aber auch ob der manieristischen und gestelzt wirkende Darstellung ratlose Zuschauer zurücklässt.

Um was geht es? Schon die Wiedergabe des Inhalts ist nur schwer möglich. Eine junge Frau, ein melancholisches Mädchen, eine Schriftstellerin, die mit der Arbeit an ihrem Roman nicht weiterkommt und am ersten Satz des zweiten Kapitels stecken geblieben ist, sucht Übernachtungsmöglichkeiten für jeweils eine Nacht. Sie lernt immer wieder Männer kennen, die sie aufnehmen und auch verpflegen, manchmal werden es sexuelle Beziehungen, manchmal gibt es nur Spaghetti ohne was oder ein gemeinsames Bad in der Badewanne.

Das melancholische Mädchen, gespielt von Marie Rathscheck, hinterfragt in 14 Episoden ihre Rolle in der kapitalistischen Gesellschaft, ihren Stellenwert als Literatin oder ihren Blick auf die Männerwelt, aber auch den Blick der Männer auf sie. Typische männliche Verhaltensweisen werden gezeigt und ironisch hinterfragt. Auch die Frauen werden ambivalent gezeigt, als fordernde Intellektuelle, als von den Männern Abhängige, als Mütter, als politisch Abwartende, als Handelnde, als Ware. Und immer mit Witz und Ironie.

Die Regisseurin Susanne Heinrich, die selbst als Autorin tätig ist und zwei Romane und zwei Bände mit Erzählungen veröffentlicht hat und 2005 auch am Wettbewerb um den Bachmann-Preis in Klagenfurt teilgenommen hat, studierte seit 2012 Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin; Das melancholische Mädchen war ihr Abschlussfilm, der eigentlich als Kurzfilm konzipiert und genehmigt, aber von ihr heimlich zu einem Langfilm ausgebaut worden war.

Ihr Film wird sicher zu einigen Fragen führen, wird Zweifel und vielleicht auch Unverständnis hervorrufen, aber er wird auch einen neuen Blick auf eine feministische Sicht der „Post“-Moderne ermöglichen. Das melancholische Mädchen sagt es gleich am Anfang des Films: „Wenn das hier zum Beispiel ein Film wäre, würden wir jetzt schon alle verlieren, die sich mit der Hauptfigur identifizieren wollen. Im Film muss immer etwas passieren."

Gerhard Kiefer